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Berliner Armutskonferenz

Mehr Einsatz gegen Armut

Berlin (epd). Auf der zweiten Berliner Armutskonferenz ist eine Anhebung der Sozialhilfe-Regelsätze um 20 Prozent gefordert worden. Sozialleistungen müssten den Betroffenen die gesellschaftliche Teilhabe möglich machen, heißt es in der Abschlusserklärung. Eingeladen hatten unter anderem die evangelische Landeskirche und das Diakonische Werk.


Dazu gehöre auch die Einführung einer eigenen Grundsicherung für Kinder und Jugendliche, die ihren erhöhten Entwicklungs- und Bildungsbedarf berücksichtigt.

Zu der Konferenz hatten die evangelische Landeskirche, das Diakonische Werk sowie mehrere kirchliche Einrichtungen Akteure aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Bereichen als «Ratschlag über Armut» eingeladen. Als weiterer Schlüssel der Armutsbekämpfung wurde die Bildung und ein öffentlicher Beschäftigungssektor genannt.

Bildung entscheide maßgeblich über die Entwicklungsmöglichkeiten der Menschen, heißt es. Wichtig seien deshalb kostenlose Kita-Plätze ab dem ersten Jahr, schulische Förderkonzepte besonders für Kinder mit Migrationshintergrund und für alle zugängliche außerschulische musische und sportliche Angebote. Menschen ohne Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt müssten in gemeinnützigen sozialen und ökologischen Bereichen sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse bekommen.

Die Berliner Sozialstaatssekretärin Petra Leuschner (Linke) bezeichnete die Arbeitslosigkeit als Hauptursache von Armut. Mittlerweile würden Armut und mit ihr einhergehende Bildungsferne bereits an die nachfolgenden Generation vererbt, sagte Leuschner. Kinder, die in Armut aufwachsen, hätten große Schwierigkeiten, sich aus der Armut zu befreien.

Die Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Susanne Kahl-Passoth, appellierte an Kirche und Diakonie, immer wieder auf diese «skandalösen Missstände» aufmerksam zu machen, den Armen Unterstützung anzubieten und Mut zu machen «ohne dabei den Staat aus seiner Verantwortung zu entlassen».

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende von Berlin und Brandenburg, Doro Zinke, forderte eine «armutsfeste Kindergrundsicherung», die bereits im Vorfeld Hartz IV-Bedürftigkeit verhindere und die Einführung von Mindestlöhnen. Nach Angaben des DGB leben in Berlin bereits 180.000 junge Menschen in Hartz-IV-Familien, rund 700.000 Berliner erhalten staatliche Sozialleistungen.


(Sonntag, 22.02.)

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