Montag, 06.09.2010

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Jutta Sundermann, Mitgründerin von attac Deutschland

Wegsehen gehört nicht zu ihren Stärken. Vor acht Jahren gründete Jutta Sundermann deshalb die deutsche Sektion von attac. Außerdem organisiert die 36-jährige Journalistin und „Bewegungsarbeiterin” die Buko-Kampagne gegen Biopiraterie, berät Attac-Gruppen, hilft bei Medico international und koordiniert die Kampagne „Gendreck weg – freiwillige Feldbefreiung”. Alles unentgeltlich.

Ihre erste gute Tat?
Gewagte Rollschuh-Vollbremsungen für Laufkäfer vielleicht …

An wen ging Ihre erste Spende und wie hoch war sie?
Ich spende Zeit! Schon als Siebenjährige der Naturschutzjugend, heute vor allem spannenden Attac-Kampagnen, dem Kampf für Ernährungssouveränität und dem Widerstand gegen die Gentechnik. Täglich viele Stunden.

Ein Vierjähriger will von Ihnen wissen, was Engagement ist.
… und darf mir gerne sofort helfen, ein großes Transparent für die nächste Aktion zu malen. Viele andere Teile meiner Arbeit tun meine Kinder seit etwa ihrem vierten Lebensjahr als „Labertreffen” ab. Wenn sie aber trotzdem fragen, sage ich, dass es kaum was Schöneres gibt, als gemeinsam mit anderen Menschen an einer lebenswerten Welt von morgen zu arbeiten. Mit Demos und Aktionen, mit „Labertreffen” und vielen guten Ideen.

Der wichtigste Grund, warum man sich engagieren sollte?
Freude an den Menschen und der Welt und die Überzeugung, dass die auch langfristig gut miteinander könnten, wenn wir gemeinsam die Verhältnisse vom Kopf auf die Füße stellen.

Welche drei Adjektive charakterisieren für Sie eine lebenswerte Gesellschaft?
solidarisch, vielfältig, gleichberechtigt

In den nächsten zehn Jahren lässt sich lösen ...
Die Agrogentechnik abschaffen. Den Privatisierungshype beenden. Die Suche nach Alternativen zur marktfixierten und konzernorientierten Globalisierung mit Nachdruck weltweit vorantreiben.

Ein Problem, für das ich auch keine Lösung weiß ...
Die Gier nach Macht und Geld.

Wem gebührt der Friedensnobelpreis?
Tausenden von MutmacherInnen jeden Alters, die gegen den Strom schwimmen und andere ermutigen, es selbst auch zu probieren.

Welche Überschrift trug das Formular, das Sie zuletzt ausgefüllt haben?
Reisekostenabrechnung für ReferentInnen

Drei Dinge, die Sie in eine Sitzung mitnehmen ...
Neugier, Lust auf Lösungen, gute Laune

Letzter Wutanfall im Job?
Gar keine – habe schließlich auch keinen Job, nur viele wichtige Projekte.

Der Fehler, dem Sie mit der größten Toleranz begegnen?
kleine und größere Pannen derer, die für Solidarität, Umwelt und Frieden arbeiten.

Fehler, den Sie nicht verzeihen können?
der Verzicht auf eigenes Handeln, weil kleine und größere Pannen geschehen könnten.

Was machen Sie, wenn Sie unerwartet einen freien Tag haben?
Ich freue mich ein paar Minuten lang. Dann fällt mir so viel ein, was noch zu tun ist, dass der freie Tag schnell vorbei ist.

Was würde Ihnen ohne Ihr Amt fehlen?
Ämter brauch ich nicht – zu tun gibt es immer was!

Welcher Verein müsste endlich mal gegründet werden?
Schwierig, ich glaube, in diesem Land gibt es schon mehr Vereine, als Gründe dafür …

Gott gewährt Ihnen eine Frage. Wie lautet sie?
Ich bevorzuge Menschen zum Fragen stellen und Antworten suchen.

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